Refinando nuestros sentidos...

*Fragmento de Oelze, Christiane...
En “DESCARGAS” la obra completa.

            DER ROSE PILGERFAHRT

            EL PEREGRINAJE DE LA ROSA

 

En 1850 Schumann acababa de ser nombrado director musical de Dusseldorf, a esta altura de su vida los fantasmas de la locura ya empezaban a atormentarlo, es en este período cuando su composición musical se vuelca al ámbito religioso, menos, “El peregrinaje de la rosa” que como lo calificaba Schumann era “un encantador e idílico cuento de hadas”.

“El peregrinaje de la rosa” nos acerca al mágico relato de una rosa que ansiaba vivir como un ser humano. La princesa de los Elfos la convierte en una bella muchacha, a la cual le da una rosa que deberá llevar siempre consigo y así de esta manera conocería la felicidad sobre la tierra. La muchacha es adoptada por un molinero, se enamora, se casa y tiene un hijo al cual le transfiere la rosa que le había dado la princesa de los Elfos, con el único objetivo de que también alcance la dicha sobre la tierra. Pero al hacerlo y quedarse sin esta rosa mágica, muere y se transforma en ángel.

La idea está tomada de un texto de Moritz Horn, poeta aficionado y funcionario de la audiencia de Chemitz. Poeta al cual Schumann admiraba.

 

 

DER ROSE PILGERFAHRT

ERSTER TEIL

 

SOLI (Sopran, Alt)

Die Frühlingslüfte bringen

den Liebesgruß der Welt,

des Eises Bande springen,

esgrünt das öde Feld.

Die ersten Blumen tauchen

aus grünem Wiesenplan

und schau’n mit Kindesaugen

uns frühlingsgläubig an.

Im maiengrünen Kleide

mit Blüten reich gestickt,

hat sich zur Osterfreude

ein jeder Baum geschmückt.

 

CHOR (Sopran, Alt)

0 sel’ge Frühlingszeit,

du trocknest stille Tränen,

die unsres Herzens Sehnen

geweint im tiefsten Leid;

in manche Winterbrust

tönt auch dein Sonntagsläuten,

und mancher Keim der Freuden

erwachtzu neuer Lust!

0 sel’ge Frühlingszeit!

 

SOLO (Tenor)

Johannis war gekommen,

der Erde Hochzeittag,

wo sie als Braut am Herzen

des lieben Frühlings lag.

Die stille Nacht umschleiert

den Schlummer der Natur,

das blasse Licht des Mondes

durchwandelt Hain und Flur.

Die kleinen Blättchen schwirren

kaum hörbar in dem Baum,

um Schilf und Wasserblumen

schwebt Schlaf und Abendtraum.

 

SOLO (Alt)

Was ist auf jener Wiese

für zauberischer Sang

und unterm Frühlingsgrase

für wunderlicher Klang?

 

ELFENREIGEN (Chor – Sopran, Alt)

Wir tanzen, wir tanzen

in lieblicher Nacht,

bis der Tag vom Schlummer

morgenrot erwacht,

wir tanzen, wir tanzen

in lieblicher Nacht,

bis vom Tau die Blume

neues Leben trinkt;

hochauf liederselig

die Lerche sich schwingt.

Wir tanzen in lieblicher Nacht,

bis der Tag vom Schlummer erwacht,

bis vom Tau die Blume

neues Leben trinkt,

hochauf die Lerche sich schwingt.

 

SOLO (Tenor)

Undwie sie sangen, da hören sie

eine zarte, klagende Melodie,

flugs hält der Tanz, der wirr gerauscht,

und alles auf das Liedchen lauscht.

 

DIE ROSE

Frühling ist nun wieder kommen,

hat gerufen: „Auf, erwach!“

Was soll mir das Blühen frommen,

derdas Herz vor Sehnen brach?

Wenn die Mädchen mit mir kosen,

wenn von Liebe singt ihr Lied,

klag’ ich, daß uns armen Rosen

nie ein Liebesfrühling blüht.

DIE FÜRSTIN DER ELFEN

Du töricht Kind,

du wünschest dir der Liebe Lust,

wohldir, daß du von ihren Schmerzen

bis diesen Frühling nicht gewußt.

 

ROSE

Ich möcht’ es tragen alles Weh,

ich fühl’ mich stark!

 

FÜRSTIN

Du, Röslein, du?

Verlassen willst du unser Reich,

wo Glück und Frieden ewig walten?

 

ROSE

Ich möcht’ es tragen alles Weh,

ich fühl mich stark,

o laß mich eine Jungfrau werden,

laß lieben mich den Mädchen gleich!

 

FÜRSTIN

Verlangst du’s, Röslein, nun wohlan.

DieMenschen nennen auf der Erden

die Mädchen ja der Rose Bild;

zum Mädchen soll die Rose werden,

und also sei der Spruch erfüllt!

Und eine Rose sollst du tragen,

gefeit von mir zu deinem Heil,

wer sie besitzt, der Erde Freuden,

die reinsten, werden ihm zu Teil.

Doch merke wohl, entfällt sie

jemals deiner Hand,

so wirst du aus dem Leben scheiden,

doch bange nicht, ein Frühlingshauch

wird dich als Rose

zurück ins Heimatland geleiten.

 

CHOR DER ELFEN

Wir tanzen, wir tanzen

in lieblicher Nacht,

bis der Tag vom Schlummer

morgenrot erwacht.

Wir tanzen, wir tanzen

in lieblicher Nacht,

bis vom Tau die Blume

neues Leben trinkt,

hochauf liederselig

die Lerche sich schwingt.

Wir tanzen in lieblicher Nacht, etc.

 

SOLO (Tenor)

So sangen sie, da dämmert’s schon,

ein Vogel singt im Morgenschlummer,

die Welt erwacht zu neuer Lust,

zu neuem Schmerz, zu neuem Kummer.

Und wie ein Blitz verschwunden sind

der Elfen lust’ge Scharen,

nur auf der Wies’ ein Silberstreif

verrät noch, wo sie waren.

Auf schlägt das schöne Rosenkind

wie träumend noch das Augenpaar,

ein duftdurchfrischter Morgenwind

wirft Apfelblüten ihr ins Haar;

ein Röslein, morgenangeglüht,

am Busen vielbedeutend blüht.

 

ROSA

Wo bin ich? Ist’s Wahrheit, ist’s ein Traum?

Nein, nein, es ist kein Zauberbild,

mein Herzenswunsch ist mir erfüllt,

als Mädchen wandelnd auf der Erden,

werd’ ich durch Liebe glücklich werden.

 

SOLO (Tenor)

Sie steigt den Hügel still hinauf,

da tut vor ihren Blicken

das weite Tal sich prangend auf,

begrenzt von Waldesrücken.

Erreicht ist bald des ersten Hauses Tür,

sie tritt hinein und bittet freundlich hier

um Obdach.

 

ROSA

Bin ein armes Waisenkind,

dem seine Lieb’n gestorben sind.

 

MARTHE

Habt Ihr ein Zeugnis, einen Schein,

daßman Euch trauen mag?

 

ROSA

Ach nein, wenn Euch mein Bitten

nicht bewegt…

 

MARTHE

Das Mitleid saure Früchte trägt...

 

ROSA

0, nehmet auf mich mild gesinnt,...

 

MARTHE

… hat man im Haus erst euergleichen

pflegt Ruh und Frieden draus zu weichen.

 

ROSA

… o, nehmet auf mich mild gesinnt!

Ich will Euch lohnen, was Ihr tut

an mir, mit meinem Herzensblut.

 

MARTHE

Geh du nur fort, geh du nur fort!

Versprechen läßt sich viel mit Worten

geht, pocht dort an des Nachbars Pforten!

Geht, geht, fort, fort!

 

SOLO (Tenor)

Es war der Rose erster Schmerz!

Trost bittend schaut sie himmelwärts;

Und weiter unter Abendglüh’n

wallt still die Blumenkönigin.

Ein einsam Häuschen, unscheinbar

nimmt jetzt ihr Auge wieder wahr.

Am Friedhof liegt es angelehnt,

vom Fliederbaume rings verschönt,

durchs off’ne Tor ragt Kreuz und Stein,

verklärt vom goldnen Abendschein.

Sie tritt hinein, da steht ein Greis,

gebückt das Haupt, wie Silber weiß.

Er gräbt, den Spaten in der Hand,

ein Grab ins grüne Land.

 

ROSA

Für wen ist’s Grab hier,

tief und klein?

 

TOTENGRÄBER

Für unsres Müllers Töchterlein.

 

ROSA

0 arme Schwester, tief beklagt!

 

TOTENGRÄBER

Ein schwerer Tod,

ein Tod voll Schmerzen,

zu sterben an gebroch’nem Herzen!

 

ROSA

Wie soll ich mir dein Reden deuten?

 

TOTENGRÄBER

Wer heiß geliebt und ward betrogen,

der hat ein Todeslos gezogen,

er wird befreit von seinen Schmerzen

nur an der Erde Mutterherzen.

 

ROSA

Bringt treue Liebe solche Leiden?

O Schwester, tief beklagt!

TOTENGRÄBER

Doch sieh, da kommt mit Trauersang

der Leichenzug den Weg entlang!

CHOR (Sopran, Alt, Tenor, Bass)

Wie Blätter am Baum,

wie Blumen vergeh’n,

wie Blütenflaum

die Winde verweh’n,

so geht vorbei

des Lebens Mai,

eh wir’s denken,

deckt das Grab

was das Leben

Liebes gab.

Wir werfen in dein frühes Grab

die Blumen betend still hinab;

der Erde geben wir zurück

dich, unsre Hoffnung, unser Glück.

Schmerz ging mit uns ans Grab hinaus,

Schmerz geht mit uns ins Trauerhaus.

 

ROSA

0 Schwester, tief beklagt,

schlumm’re sanft!

Ruhsanft, ruh sanft!

 

TOTENGRÄBER

Seidir die Erde leicht!

 

SOLO (Alt)

Seidir die Erde leicht!

 

SOLO (Tenor)

Die letzte Scholl’ hinunter rollt

die letzte Träne ward gezollt;

still nach Haus gewandelt sind,

die zur Ruh geleitet des Müllers Kind.

Auch der Totengräber verläßt den Ort,

nur das Mädchen kniet noch am Grabe dort.

Schon glänzt aus tiefblauem Himmel

der Sterne goldnes Glanzgewimmel,

das Mondlicht lauscht durchs Laub der Linden,

als sucht’ was Liebes es zu finden.

Die Pilg’rin hebt sich jetzt empor,

und wandelt nach des Kirchhofs Tor.

 

TOTENGRÄBER

Wo willst du hin?

Feucht wird die Nacht!

 

ROSA

Mich leuchtet heim

der Sterne Pracht.

 

TOTENGRÄBER

Denk, Kind, es sei des Vaters Bitte,

verweil die Nacht in meiner Hütte,

das Wenige, das mir gehört,

sei dir, mein Kind, gewährt.

 

ROSA

HabDank, hab Dank,

mit neuer Lebenslust

erfüllt dein freundlich Wort die Brust

ich folg’ dir; bis zum Morgenschein

will ich dein Gast, mein Vater, sein.

 

TOTENGRÄBER

Du siehst, schmucklos ist meine Wand.

 

ROSA

Das Kränzchen dort am weißen Band?

 

TOTENGRÄBER

Das gilt mir wohl als höchstes Gut

meinliebes Weib, das draußen ruht,

trug diesen Kranz im blonden Haar,

als mein sie wurde am Altar.

Dochlaß die Toten ruh’n,

sie haben Frieden nun,

uns stelle Gott die Engelwacht

zu unsrem Schlaf in dieser Nacht.

 

ROSA

Behüt’ sie Euch, wie alle Guten!

 

TOTENGRÄBER

Schlaf sanft!

 

ROSA

Dank, Herr, dir dort im Sternenland,

du führtest mich an Vaterhand,

und in der Leiden Becher fiel

ein Himmelstropfen, süß und kühl;

nun wolle Ruh der Müden schenken,

daß ich gestärkt dem jungen Tag,

was auch er bringt, entgegenblicken mag!

Ob sie wohl mein gedenken?

 

ELFENCHOR (Sopran, Alt)

Schwesterlein!

Hörst du nicht beim Sternenschein

unser Lied?

Hörst nicht die Glöckchen fein,

Rosenblüt’,

hörst nicht die Glöckchen,

holde Rosenblüt’?

Hörst nicht beim Sternenschein

das Elfenlied?

Laß dich nicht berücken,

kehr zu uns zurück,

hoffe nicht auf Glück!

Nur bei uns,

im Reich der Elfen,

wohnt die Lust,

im Reich der Elfen,

aber Schmerz und Leiden

in der Menschenbrust.

Schwesterlein!

Klingt in deinen Traum hinein

nicht unser Gruß?

Fühlst du nicht im Mondenschein

unsern Kuß?

Laß dich nicht berücken,

kehr zu uns zurück,

hoffe nicht auf Glück!

Wähnst du, daß auf Erden

wohne dauernd Glück?

Auf Erden Glück?

In der Schmerzensträne

stirbt der Freude Blick.

Röslein, komm zurück,

hoffe nicht auf Glück,

komm zurück!

 

ZWEITER TEIL

SOLO (Tenor)

Ins Haus des Totengräbers

fällt durch die Fensterlein,

umrankt vom Efeugitter,

der holde Morgenschein.

Es weckt mit leisem Gruße

derGreis die Pilgerin.

 

ROSA

HabDank für deine Güte,

nun will ich weiterzieh’n,

und woll’ die Hände legen

aufs Haupt, mein Vater, mir,

beglückt mit deinem Segen,

nur so geh’ ich von dir.

 

TOTENGRÄB